Carlo Weber, 1967. (© Privatarchiv Carlo Weber)
Carlo Weber, 1967. (© Privatarchiv Carlo Weber)
Am Rand von Stuttgart ist in einem außergewöhnlichen Haus eine bemerkenswerte Ausstellung zu sehen. In einer ursprünglich als Wohnhaus errichteten Galerie sind Zeichnungen von Carlo Weber zu sehen. Sie öffnen ein Fenster in eine Zeit, auf die zu blicken sich auch lohnt, weil dabei sichtbar wird, was heute fehlt.
Er wäre dieses Jahr 90 geworden – 2014 starb Carlo Weber, geboren in Saarbrücken. Nach dem Studium in Stuttgart und einer kurzen Zeit in Paris war er bis 1979 einer der Partner bei Behnisch & Partner, gründete dann 1980 mit Fritz Auer ein eigenes Büro. „Bei jedem Gespräch – sei es am Arbeitsplatz oder in der Kaffeepause – entwickelte Carlo Weber mit dem Stift in der Hand seine Gedanken“, so erinnerte sich der langjährige Mitarbeiter Christof Teige 2014 in der Bauwelt anlässlich von Webers Tod.
Blick in die Ausstellung in der Galerie Sonnenberg. (© Peter Traub)
Blick in die Ausstellung in der Galerie Sonnenberg. (© Peter Traub)
Zeichnen, denken, entfalten
Gymnasium am Deutenberg Schwenningen 1963. (© Behnisch & Partner | saai)
Gymnasium am Deutenberg Schwenningen 1963. (© Behnisch & Partner | saai)
Vitrine mit Skizzenbüchern, Zeichnungen, Aufzeichnungen Carlo Webers. (© Klaus Fabricius)
Vitrine mit Skizzenbüchern, Zeichnungen, Aufzeichnungen Carlo Webers. (© Klaus Fabricius)
Eine gute Zeit
Skizze des Olympiageländes. Beschriftung unten rechts: Schwimmhalle, Nutzung nach der Olympiade, 1968 (© Behnisch & Partner | saai)
Skizze des Olympiageländes. Beschriftung unten rechts: Schwimmhalle, Nutzung nach der Olympiade, 1968 (© Behnisch & Partner | saai)
Es sei eine für Architekten gute Zeit gewesen, so hat es einer der Ausstellungsbesucher ins Gästebuch geschrieben. Sie wird in dieser Ausstellung lebendig als eine vielleicht unbeschwertere als sie tatsächlich war, als eine offene, heitere, in der sich Neues entwickeln durfte. Sie hat Persönlichkeiten wie Carlo Weber hervorgebracht, Persönlichkeiten, die wiederum diese Zeit prägten. „Nie endgültig“, so schrieb Achim Söding, ein anderer Weggefährte 2014: „Das hat seine Person ausgemacht: Die Gegnerschaft zu jeder Rechthaberei. Als wäre das Fertige, Abgeschlossene unlebendig und damit uninteressant und vor allem: nicht liebenswert.“
Galerie Sonnenberg in einem der Kettenhäuser Adolf Haag, Stuttgart-Sonnenberg; Architekt Chen Kuen Lee. Ansicht Südseite. (@ Peter Traub)
Galerie Sonnenberg in einem der Kettenhäuser Adolf Haag, Stuttgart-Sonnenberg; Architekt Chen Kuen Lee. Ansicht Südseite. (@ Peter Traub)
Skizzen zum Kurzentrum in Bad Salzufflen; um 1980. (© Privatarchiv Carlo Weber)
Skizzen zum Kurzentrum in Bad Salzufflen; um 1980. (© Privatarchiv Carlo Weber)
Haus in Brignogan, Finistère. 1964 (© Privatarchiv Carlo Weber)
Haus in Brignogan, Finistère. 1964 (© Privatarchiv Carlo Weber)
Kizze Lageplan Olympiagelände München, 1967 (© Behnisch & Partner | saai)
Kizze Lageplan Olympiagelände München, 1967 (© Behnisch & Partner | saai)
Skizze lageplan Olympiagelände. In einem frühen Stadium der PLanungen war auch erwogen worden, das Stadtion nördlich des Rings zu platzieren. Zeichnung undatiert. (© Behnisch & Partner | saai)
Skizze lageplan Olympiagelände. In einem frühen Stadium der PLanungen war auch erwogen worden, das Stadtion nördlich des Rings zu platzieren. Zeichnung undatiert. (© Behnisch & Partner | saai)
Mit Stift und Papier
Zeichnungen des Architekten Carlo Weber
Noch bis zum 27. Oktober in der Galerie Sonnenberg
Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr
Korinnaweg 50a, Stuttgart-Sonnenberg
Kuratiert von Catherine Rennert und Elisabeth Spieker