Stilkritik (124) | Zum siebten Mal fand Anfang Mai in München „Architecture Matters“ statt, das Treffen von Architekten, Stadtentwicklern und Vertretern der Immobilienbranche. Unbeeindruckt vom diesjährigen Konferenztitel „Über das Neue im Alten“ fragt unser Autor, wo Neues überhaupt zu suchen …
Die schönen Worte geben Hoffnung. Die von der Förderung der Gemeinnützigkeit, weil damit die auf dem Wohnungsmarkt gestärkt werden sollen, die wirklich nur das wollen: guten, zeitgemäßen, bezahlbaren Wohnraum schaffen. Und dann wird der AfA-Satz angehoben. Das schwächt nicht nur die Gemeinnützigen. Es hat auch Nebenwirkungen.
Michael Kopatz ist seit August 2022 als Dezernent für Klimastrukturwandel, Bauen, Stadtplanung und Mobilität der Stadt Marburg. Wir sprachen mit ihm im Interview über das fatale Einfamilienhaus, die überholte Stellplatzverordnung und weshalb Politik immer noch so mutlos ist.
Man kann über die Aktionen der »Letzten Generation« geteilter Meinung sein. Die Reaktionen darauf sind aber nicht dem angemessen, was im Zentrum ihrer Kritik steht. Es sollte endlich gründlich über das diskutiert werden, was den Protest hervorruft.
Genius Loci 2022: Junge Architekturbüros zeigen mit überraschenden, sensiblen und eigenwilligen Gebäuden, wie der Rahmen, den der Kontext setzt, sich interpretieren lässt, vorausgesetzt, man ist nicht schon vorab auf ein Ergebnis festgelegt.
Ein Buch über »Unfertige Häuser« – und eine Rezension dazu, welche die Betrachtungen über das Wohnen und Hausen in alten und neuen Häusern betrifft und mit einigen persönlichen Erfahrungen des Rezensenten endet.
Paul Schmitthenners Leistungen als sehr guter Architekt lassen sich nicht davon trennen, dass er 1933 in die NSDAP eintrat und sich dem NS-Regime andiente. Doch Schmitthenner begann seine Karriere lange zuvor. Seine Bauten und Siedlungen insbesondere der 1920er Jahre verdienen es, genauer betrachtet zu werden.
Wie unter einem Brennglas wurde auf einer Veranstaltung zur Wohnungspolitik deutlich, woran es hakt: an allen Enden. Bei Einfamilienhausgebieten wie beim Thema bezahlbares Wohnen.
Mit Spannung werden die Koalitionsverhandlungen für die neue Bundesregierung verfolgt. Im Koalitionsvertrag wird sich zeigen, wieviel Mut zur Veränderung die Koalitionäre haben. Wird aber nur auf die Koalitionsverhandlungen geblickt, dann sind wir die Falle derer getappt, die Veränderungen seit Jahrzehnten blockieren.
Die Literatur zum Thema Wohnen ist unüberschaubar geworden. Ernst Hubeli legt nun ein kleines, 188 Seiten umfassendes Büchlein vor, in dem er die Wohnungsfrage im 21. Jahrhundert als Desaster politischer Ökonomie und anderer Fehlentwicklungen ausmacht: differenziert und kenntnisreich.