Das Büro des Architekten Zeno Bampi im Obergeschoss eines alten Kellereigebäudes, der Tisch stammt aus einer ehemaligen Tuchhandlung. (Bild: Zeno Bampi)
Das Büro des Architekten Zeno Bampi im Obergeschoss eines alten Kellereigebäudes, der Tisch stammt aus einer ehemaligen Tuchhandlung. (Bild: Zeno Bampi)
Erhalten und Ertüchtigen: Önothek Johnson & Dipoli in Neumarkt/ Südtirol (Bild: Vincenzo Degasperi)
Erhalten und Ertüchtigen: Önothek Johnson & Dipoli in Neumarkt/ Südtirol (Bild: Vincenzo Degasperi)
In vierzig Jahren umtriebiger Berufspraxis hat Zeno Bampi ein stattliches Werk geschaffen, es sind Beispiele jedweder Typologie darunter. Wohnanlagen, Hofstellen, Kindergärten, Seniorenwohnungen, vor allem zahllose Gastronomiebauten. Es scheint fast, als sei der Architekt in dieser Kategorie besonders herausgefordert, da er dem Gast im Restaurant oder Hotel für seinen kurzen Aufenthalt eine sofort spürbar stimmige Atmosphäre bieten muss. Was man gottlob nicht erwarten darf: Zeno Bampi hat keine Geschmacksmuster avantgardistischer Architektur in der Südtiroler Landschaft verteilt, keine harsche Moderne, um sich als Architekt zu kaprizieren, keinen Bilbao-Effekt, damit die Feuilletonredakteure interessante Dienstreisen für ihre Theoriebeiträge unternehmen können. Bampi baut zeit-, aber nicht ortlos. Seine Önothek Johnson & Dipoli in Neumarkt kennen wir seit Jahrzehnten. Erst beiläufig haben wir erfahren, dass es das Lokal nicht schon immer gab, dass dort ehemals eine Sattlerei zuhause war – und im Geschoss darüber einmal Bampis Büro. Man kann sich vorstellen, dass die Bauherrenakquise leichter fällt, wenn man sich auf ein Glas Wein ins eigene Lokal begeben kann, zumal in eine derart geschmackvolle Umgebung.
Inzwischen hat Zeno Bampi sein Büro mit zehn Mitarbeitern im piano nobile des schwägerlichen Weinguts eingerichtet. Es stehen zwar tatsächlich irgendwo Rechner in den weitläufigen Räumen. Aber in Erinnerung bleibt ein fast sechs Meter langer alter Holztisch aus einer Tuchhandlung, er liegt voller Pläne, Bücher, Kataloge und Materialmuster – wie auch die anderen Arbeitsplätze. Wenn man ein Fenster öffnet, sieht man, hört man, riecht man, was darunter im Weingut vor sich geht.
Isi-Huette in Jochgrimm: unspektakulär, alltagstauglich detailliert, Bestand nutzend – deswegen nachhaltig (Bild: Isolde Daldoss)
Isi-Huette in Jochgrimm: unspektakulär, alltagstauglich detailliert, Bestand nutzend – deswegen nachhaltig (Bild: Isolde Daldoss)
Hotel Reichhalter in Lana/ Südtirol: Keine Hotel-Ketten-CI, sondern bestandsorientiertes Weiternutzen für die Rezeption (Bild: Hotel Reichhalter)
Hotel Reichhalter in Lana/ Südtirol: Keine Hotel-Ketten-CI, sondern bestandsorientiertes Weiternutzen für die Rezeption (Bild: Hotel Reichhalter)
Hotel Berghoferin, Radein/ Südtirol (Bild: Zeno Bampi)
Hotel Berghoferin, Radein/ Südtirol (Bild: Zeno Bampi)