Sacro Monte

Bereits 2012 begann Sebastian Schels, die Sacri Monti, die „heiligen Berge“ im Piemont zu fotografieren – ohne dabei aber eine konkrete Absicht zu verfolgen oder ein Vorstellung davon zu haben, was diese Orte für eine fotografische Arbeit bieten könnten. Den Blick ziellos umherschweifen zu lassen, einem Ort der Kamera näher zu kommen, sich ihnen rein über die visuelle und körperliche Wahrnehmung zu nähern, war ein Experiment, ein „Essay“ im Sinne des Versuchs: diese besonderen Orte festzuhalten, auch jenseits der spezifischen kirchlichen Bauten. Inzwischen ist diese Serie stetig gewachsen, Bilder der Wallfahrtsorte mischen sich mit weiteren Fragmenten aus der Bergwelt und Architektur, denn eine Beschränkung allein auf die kirchlichen Orte der Verehrung schien Sebastian Schels zu viel von den Dingen auszuschließen die seinen Blick häufig auf sich zogen. Alltag und Ritual, Geheimnis und Banalität werden zu einer Gesamtheit, in der die Welten des Heiligen und des Profanen durchdringen, teils voneinander abgrenzen, sich aber immer aufeinander beziehen. Der nüchterne, stoische Blick auf einfache Grundformen, auf monolithische Elemente die in den Bildern immer wieder als Ruhepole auftauchen, verleihen diesem Bezugsgeflecht einen Ausdruck, der gleichzeitig von Distanz wie von Faszination geprägt ist.