Altes Schloss und neuer Plenarbereich. (Bild: Joachim Grothus für blocher partners)
Altes Schloss und neuer Plenarbereich. (Bild: Joachim Grothus für blocher partners)
Niedersächsicher Landtag, Hannover, Sanierung und Neukonzeption des Plenarbereichs | blocher partners, Stuttgart
Ansicht des sanierten und umgebauten Plenarsaals. Die hohen Fenster sorgen nun für Licht im Parlament. (Bild: Hartmut Möller)
Ansicht des sanierten und umgebauten Plenarsaals. Die hohen Fenster sorgen nun für Licht im Parlament. (Bild: Hartmut Möller)
Nach längerem Sanierungsstau gab es bereits 2002 einen Wettbewerb, den die vor Ort ansässigen Koch Panse Architekten mit dem Vorschlag einer behutsamen Modernisierung gewannen. Sparmaßnahmen verhinderten jedoch, dass er umgesetzt wurde. So folgte 2009 ein zweiter Wettbewerb. Der Sieger, das Kölner Büro yi architects, sah den Abriss des Tagungsortes vor und setzte an dessen Stelle einen merkwürdig deplaziert wirkenden Säulentempel. Diese Wettbewerbsentscheidung provozierte einen stetig wachsenden Widerstand in der Bevölkerung, der sich in einer Petition mit über 40.000 Unterschriften manifestierte. 45 Mio Euro hatte man für das Projekt veranschlagt. Als dann aber eine präzise Projektanalyse die Kosten des Neubaus (auch im Vergleich zum Erhalt der Bestandskubatur) deutlich höher schätze, war auch diese Variante vom Tisch. Erneut war aus Steuergeldern eine Abfindung an das betroffene Büro gezahlt worden, das nun nicht zum Zuge kam. In einem dritten Anlauf wurde schließlich 2013 das Stuttgarter Planungsbüro blocher partners bestimmt, die Sanierung und den Umbau zu planen.
Und wieder drohte der Abriss
Links der Blick auf die Baustelle (Bild: Hartmut Möller), rechts die neue Halle, die sich direkt an den Portikus des Altbaus anschließt. (Bild: Joachim Grothus für blocher partners)
Links der Blick auf die Baustelle (Bild: Hartmut Möller), rechts die neue Halle, die sich direkt an den Portikus des Altbaus anschließt. (Bild: Joachim Grothus für blocher partners)
Während außen die nüchterne Formensprache der Nachkriegsarchitektur dem Denkmalschutz Rechnung trägt, wurde das Innenleben vollkommen umgestaltet. Der hinter dem Portikus gelegene, vollständig von Glaswänden eingefasste Grünhof mit Wasserbecken, ist gewichen. Dafür überspannt jetzt ein üppiges Glasdach die geräumige Halle, in der man sich für den Meinungsaustausch zusammenfinden kann. Ein letztes Relikt aus Oesterlens Entwurf ist hier die markante, doppelläufige „Niedersachsentreppe“ gegenüber des Eingangs. Auch sie strahlt, wie sämtliche Säulen, Boden-, Wand- und Deckenflächen in einem Weiß, das einerseits klinisch-steril, andererseits hell und freundlich daherkommt.
Blick in den neuen Plenarsaal. (Bilder: Joachim Grothus für blocher partners)
Blick in den neuen Plenarsaal. (Bilder: Joachim Grothus für blocher partners)
Die Fassade gibt nun den Blick frei auf die Stadt und das neu gestaltete Landeswappen, im Vordergrund Sola-Konferenzstühle von Wilkhahn, die eigens für den Landtag in einer Ausführung auf Laufschienen gefertigt wurden. Bild: Heinrich Hecht für Wilkhahn
Die Fassade gibt nun den Blick frei auf die Stadt und das neu gestaltete Landeswappen, im Vordergrund Sola-Konferenzstühle von Wilkhahn, die eigens für den Landtag in einer Ausführung auf Laufschienen gefertigt wurden. Bild: Heinrich Hecht für Wilkhahn
Blick in den Plenarsaal in Richtung Portikus, mit Wilkhahn-Bestuhlung. Bild: Heinrich Hecht für Wilkhahn
Blick in den Plenarsaal in Richtung Portikus, mit Wilkhahn-Bestuhlung. Bild: Heinrich Hecht für Wilkhahn
Blick in den Plenarsaal in Richtung Stadt, mit Wilkhahn-Bestuhlung. Bild: Heinrich Hecht für Wilkhahn
Blick in den Plenarsaal in Richtung Stadt, mit Wilkhahn-Bestuhlung. Bild: Heinrich Hecht für Wilkhahn
Offen und hell
Übergangsbereich zwischen Plenarsaal und der neuen, großzügigen Vorhalle. (Bild: Hartmut Möller)
Übergangsbereich zwischen Plenarsaal und der neuen, großzügigen Vorhalle. (Bild: Hartmut Möller)
Standort: Hannah-Arendt-Platz 1, Hannover
Bauherr: Staatliches Baumanagement Hannover, Celler Straße 7, Hannover
Architekt: blocher partners, Stuttgart
Projektteam
Betreuender Partner: Wolfgang Mairinger
Betreuender Partner Innenarchitektur: Anja Pangerl
Projektleiter: Carola Landgraf
Stellv. Projektleiter: Martin Schneider
Mitarbeiter: Aniko Pierucci, Evelyn Fiedermann, Nina Dann, Michaela Beck-Thalmeier, Markus Goetz, Markus Huculak, Kathrin Cook
Bauzeit: 1.7.2014 bis 27.10.2017
Fertigstellung: Oktober 2017
Grundstücksgröße: 6400 qm
Bruttogrundfläche: 13.850 qm
Kosten: rund 58,2 Millionen Euro
Fachplaner
Bauleitung: blocher partners mit ERNST² ARCHITEKTEN AG, Stuttgart
Projektsteuerung: ARCADIS Deutschland GmbH, Hannover
Landschaftsarchitektur: Lohaus + Carl GmbH Landschaftsarchitekten + Stadtplaner, Hannover
Lichtplanung: Licht Kunst Licht AG, Berlin
HLS, Klimatechnik: Kofler Energies, Braunschweig
Brandschutz: CRP Bauingenieure, Hannover