Christian Lindner würde, wenn er könnte und dürfte, den mühsam ausgehandelten Klimaschutzplan 2050 „sofort“ wieder einstampfen. Allerdings nicht, weil der Plan zu wenig dazu beiträgt, für eine auch in etwas fernerer Zukunft bewohnbare Erde zu sorgen. Dies hatte der Klimaökonom Edenhofer kritisiert, Lindner hingegen ist gegen den Plan, weil er zu weit vorprescht; die von Europäischen Union ausgegebenen Ziele seien völlig ausreichend. Man könnte also sagen, dass Lindner gegen den Klimaschutzplan ist, weil es ein Plan ist. (1) Nun ist angesichts dessen, was dem Umweltschutz in Zukunft aus den USA droht, das Gepoltere eines FDP-Vorsitzenden die wahrscheinlich etwas weniger beunruhigende Nachricht der letzten Tage. Nimmt man aber Lindners Äußerungen mitsamt dem vor der Industrielobby eingeknickten Sigmar Gabriel und der ohnehin unter Politikern erkennbaren Abneigung gegenüber einem Klimaschutz, der von Altbekanntem abweicht, dann darf man darin mehr als nur Wahlkampfgetöse sehen: Es ist die grundsätzlich fehlende Bereitschaft, selbst mehr als andere für eine Sache zu tun, auch wenn sie noch so sinnvoll ist. Die anderen machen nichts, warum also sollten wir etwas unternehmen? Man muss Lindner immerhin zugestehen, dass dieses Denken politisch sanktioniert ist – der Emissionshandel, in dem so mancher ein Vorzeigeinstrument europäischer Klimapolitik sieht, sorgt dafür, dass die hier eingesparten Kohlendioxidtonnen woanders in die Luft geblasen werden dürfen. Umgekehrt hat sich die Bundesarchitektenkammer in einer Pressemeldung am 16. November beschwert: „Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte in der vergangenen Woche noch einen Rabatt für die Industrie ausgehandelt – und diesen muss die Bundesumwelt- und Bauministerin nun im Bau wieder ‚rausholen‘.“ (2) Das Bauen von Wohnungen werde unweigerlich erneut teurer. Das stimmt wahrscheinlich. Aber kommt man so weiter?
Denkblockaden
(1) Mehr zum Klimaschutzplan >>>
(2) Die vollständige Pressemitteilung finden Sie >hier
(3) Die vollständige Studie als pdf online: >>>
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