Mit Uwe Kiessler und Hinrich Baller sind in diesem Sommer zwei Architekten gestorben, die mit ihren Büros und den dort geplanten Bauten die Bundesrepublik auf ganz unterschiedliche Art und Weise prägten. Doch so verschieden die von ihnen entworfenen Architekturen formalästhetisch und räumlich auch waren, sind die realisierten Bauten doch jeweils deutlicher Ausdruck humanistischer Haltung und haben ihren Charme und ihre Relevanz bis heute bewahrt.
Wissenschaftspark Rheinelbe, Gelsenkirchen, 1994; Foto von 2004. (Bild: Wikimedia Commons, Thomas Robbin, CC BY-SA 3.0)
Bis 2014 leitete er das 1962 von ihm zusammen mit Manes Schultz gegründete Büro, dessen Arbeiten mit vielen Preisen, unter anderem 1995 mit dem Deutschen Architekturpreis für den Wissenschaftspark von Gelsenkirchen ausgezeichnet wurde; heute führt Daniel Hock, seit 2000 geschäftsführender Gesellschafter, mit Thomas Mühlbauer und Uwe Schneider das Büro. 2023 durfte es Kiessler noch erleben, dass seine Bürohäuser für die Bayerische Rückversicherung im Münchener Tucherpark unter Denkmalschutz gestellt wurden. Er starb nach langer Krankheit.