Chance vertan – nach langen Diskussionen wurde im Januar der städtebauliche und landschaftsplanerische Ideenwettbewerb für Münchens Nordosten entschieden. Den Wettbewerbsteilnehmern und -gewinnern kann man nicht vorwerfen, dass die Auslobung es nicht erlaubt hatte, das Potenzial der Fläche zu nutzen. Die Stadt wird so nicht weiter gebaut. Es drohen neue Stadtrandsiedlungen zu entstehen.
Diesem Wettbewerb geht eine langjährige Debatte um die städtebauliche Entwicklung des Nordostens der Stadt München voran. München wird in absehbarem Zeitraum um 300.000 Einwohner wachsen. Da alle Bemühungen um Nachverdichtung mühselig, langwierig und oft erfolglos sind, wird eine Ausdehnung der bebauten Stadtfläche unabwendbar sein. Innerhalb der sehr engen Grenzen des Münchner Stadtgebietes bietet der Nordosten nicht nur eine der wenigen Optionen, er bietet sich geradezu an. 600 Hektar große zusammenhängende Flächen werden vorwiegend landwirtschaftlich genutzt und im Osten von den Pferdesportanlagen begrenzt, die 1972 im Rahmen der Olympiade entstanden. Die S-Bahn zum Flughafen erschließt hier Dörfer und Felder mit drei Haltestellen, in die andere Richtung ist man nur 15 Minuten vom Marienplatz entfernt.Gefechte um ein knappes Gut
Der heftige stadtpolitische Konflikt um die städtebauliche Entwicklung des Nordostens beruht auf den Antagonismen unterschiedlichster Interessen: Grundstückseigentümer wollen an den immensen Preissteigerungen direkt partizipieren und plädieren für das in München etablierte Instrument der SoBoN. Bauern wollen ihre Äcker nicht verlieren. Anwohner wollen ihre ländliche Idylle inmitten der Stadt nicht aufgeben. Viele Münchner wollen sowieso, dass sich die Stadt nicht ändert und fühlen sich von der gegenwärtigen Dynamik überrollt. So versucht die Stadt München einerseits durch den Wettbewerb konkretere Bilder zu erzeugen, andererseits durch die moderate Vorgaben zukünftiger Ausnutzung „dauerhaft Raum für bestehende Nutzungen“ – siehe oben – zu garantieren.
Mehr wäre möglich gewesen
1. Preis
rheinflügel severin, Düsseldorf mit bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh bdla, Berlin
2. Preis:
CITYFÖRSTER architecture+urbanism, Hannover mit freiwurf landschaftsarchitekturen, Hannover mit urbanegestalt PartGmbB, Köln
3. Preis
perfomative architektur, Stuttgart mit UTA Architekten und Stadtplaner GmbH, Stuttgart mit Grüne Welle Landschaftsarchitektur, Grünkraut
Anerkennung:
bauchplan, München ).( mit Philippe Rahm Architectes, Paris
Anerkennung:
MM.WERK Architektur. Entwicklung. Forschung, Wien mit liebald+aufermann landschaftsarchitekten, München