Ferdinand Stracke. (Bild: privat)
Ferdinand Stracke. (Bild: privat)
1975 wurde das Planungsbüro „Stracke und Partner“ Bonn/Braunschweig gegründet.
Die städtebaulichen Typologien dieser Fülle an Entwürfen und Projekten waren deutlicher Ausdruck ihrer jeweiligen Epoche. Vor allem waren sie immer eng gekoppelt an die aktuelle Entwicklung neuer Wohnungstypologien. Ferdinand Stracke verstand Städtebau als soziale Aufgabe, den Wohnungsbau als einen ihrer Kerne. Parallel widmete er sich aber auch größeren Maßstäben, wie z.B. Stadtentwicklungsplanungen für Bonn, Salzburg, Schweinfurt, Gladbeck, Wilhelmshafen, Giessen, Seligenstadt oder später in den 1980er Jahren der Studie zu Weimar/Erfurt. Hier untersuchte er die Entwicklungsmöglichkeiten einer ganzen Region auf strategisch-struktureller Ebene. Seine rege Entwurfs- und Planungstätigkeit führte schließlich in die akademische Karriere.
1975 wurde Ferdinand Stracke als ordentlicher Professor auf den Lehrstuhl für Städtebau, Wohnungswesen und Landesplanung an der TU Braunschweig berufen und Direktor des gleichnamigen Instituts. 1980–1983 war er Dekan des Fachbereichs Architektur an der TU Braunschweig und 1985–1987 Vizepräsident der TU Braunschweig.
München Neu-Perlach, Egon Hartmann (Gesamtstrukturplan); Baureferat der Landeshauptstadt München, Neue Heimat Bayern; Bernt Lauter; Planergruppe Darmstadt mit Max Guther, Thomas Sieverts und Ferdinand Stracke; Gottfried Hansjakob (Landschaftsarchitektur), 1967-1992. (Bild: Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5, Maximilian Dörrbecker /Chumwa)
München Neu-Perlach, Egon Hartmann (Gesamtstrukturplan); Baureferat der Landeshauptstadt München, Neue Heimat Bayern; Bernt Lauter; Planergruppe Darmstadt mit Max Guther, Thomas Sieverts und Ferdinand Stracke; Gottfried Hansjakob (Landschaftsarchitektur), 1967-1992. (Bild: Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5, Maximilian Dörrbecker /Chumwa)
Wechsel nach München
2011 erschien Strackes Grundlagenwerk zur Stadtentwicklung München.
2011 erschien Strackes Grundlagenwerk zur Stadtentwicklung München.
Vielfältigen Ämtern und Ehrenämtern widmete sich Ferdinand Stracke mit großem Engagement. Um nur zwei herauszugreifen: 1991–1993 war er Vizepräsident des Bundes Deutscher Architekten BDA, 2002–2009 Vorsitzender der Landesgruppe Bayern der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung DASL. Im Jahr 2011 publizierte er seine langjährige Forschung zu Wohntypologien in München: „WohnOrt München. Stadtentwicklung im 20.Jahrhundert” im Franz Schiermeier Verlag. Es ist ein Standardwerk für alle geworden, die sich mit Wohnungsbau, dessen Typologie und Geschichte in München befassen. 2005 erhielt Ferdinand Stracke für seine herausragenden Leistungen im Städtebau die Leo-von-Klenze-Medaille des Freistaates Bayern.
Dem sozialen Auftrag des Städtebaus blieb er immer tief verbunden. Menschen, die sich für die Stadt verantwortlich fühlen, ob sie nun vom Fach sind oder Laien, sie alle hat er mit Respekt und Freundlichkeit einbezogen.
Am 10. Mai ist Ferdinand Stracke im Alter von 87 Jahren verstorben.
Dieser Nachruf wurde für die TU München verfasst. Wir bedanken uns für die Erlaubnis, ihn hier erneut abdrucken zu dürfen. Nachruf auf den Seiten der TUM >>>